Der Brand in Crans-Montana am 1. Januar 2026, bei dem 40 Menschen ums Leben kamen und zahlreiche weitere verletzt wurden, hat zutiefst erschüttert. Angesichts einer solchen Tragödie stellen sich viele Fragen: Wie konnte es zu einem solchen Ereignis kommen?
Tief betroffen ist auch die kleine Gemeinschaft der Fokolar-Bewegung vor Ort. Es sind gut 25 Personen, die verstreut in verschiedenen Gemeinden des Unterwallis leben. Sie treffen sich alle zwei bis drei Monate in Saxon, das unten im Tal, zwischen Sion und Martigny liegt, knapp 40 Kilometer westlich von Crans-Montana. Eine von ihnen, Isabelle Varone, hat in einem Brief geschrieben, was die Ereignisse im Leben der Menschen im Wallis ausgelöst haben. Jetzt, einen Monat nach der Katastrophe, geht die Unterstützung weiter: Am 1. Februar findet eine ökumenische und zweisprachige Gebetswache statt, die von der Diözese Sitten und der Evangelisch-reformierten Kirche des Wallis organisiert wurde. Für alle, die sich erinnern, innehalten und gemeinsam Hoffnung tragen wollten. Isabelle Varone schreibt:
„Nach dem Drama von Crans-Montana möchte ich eine Botschaft der Hoffnung vermitteln. Ich wohne im Wallis, in dieser Region. Wie alle waren wir sehr schockiert über das, was diesen jungen Menschen und ihren Familien widerfahren ist. Aber sogleich, seit dem 1. Januar, ist von allen Seiten eine Welle des Gebets und der Solidarität entstanden. In etwa zwanzig Dörfern fanden Rosenkranzgebete, Messen, interkonfessionelle Andachten und eine Gebetsnovene statt. Das Schweizer Fernsehen hat sogar einen Gottesdienst auf den drei nationalen Kanälen übertragen, was derzeit sehr selten ist. Der Bischof begab sich sofort nach Crans-Montana, um Messen zu feiern, und evangelisch-reformierte Pastoren oder Geistliche anderer Konfessionen kamen, um gemeinsam zu beten.
Nach einem Aufruf der Ärzte spenden viele Menschen Blut, um die schwerverletzten Brandopfer behandeln zu können. Ein Mann, der Blut gespendet hat, sagte: „Da wir Kinder im gleichen Alter haben, tun wir alles, was wir können, um diese Eltern zu unterstützen.“ Der Präsident der Walliser Regierung sprach mehrfach mit tiefer Rührung und viel Mitgefühl für die Opfer und ihre Angehörigen. Der Bundespräsident zitierte in seiner Rede sogar den Heiligen Augustinus, was auch von seinem Glauben zeugt.
Der Großvater eines 16-jährigen Opfers sagte: „Unter allen Umständen, selbst unter den tragischsten, müssen wir mit Gottes Gnade zuversichtlich bleiben. Ein Geist der Zuversicht, der Solidarität und der Geschwisterlichkeit hat die Schweiz und andere Länder erfasst. Es ist ein Bewusstsein entstanden, dass wir auf dieser Erde nur Pilger sind.“
Schließlich beendete ein junges Mädchen, das bei der Abschiedsfeier das Wort ergriff, ihre Rede mit den Worten: „Man kann dem Leben keine Tage hinzufügen, aber man kann den Tagen Leben hinzufügen.“ Das sind Zeichen der Hoffnung, die ich euch mitteilen wollte, um uns zu ermutigen und Gottes Liebe auch im Dunkel Raum zu geben.“
Isabelle Varone