Verbundenheit über Grenzen hinweg
Das Dialoghotel Eckstein, die Baarer Bevölkerung und die Fokolar-Bewegung haben am Wochenende vom 29./30. August gemeinsam «50 Jahre Zentrum Eckstein» gefeiert. Rund 500 Personen gingen ein und aus.
«Die Fokolar-Bewegung zeigt seit 50 Jahren, wie wichtig Dialog, Nächstenliebe und Verbundenheit über Grenzen hinweg sind», sagte der Baarer Gemeindepräsident Walter Lipp am Festakt im Dialoghotel. Monika Ulrich, Präsidentin des Kirchenrats der Reformierten Kirche im Kanton Zug betonte, dass hier ökumenische Begegnung auf Augenhöhe gelebt werde. «Man muss Unterschiede sehen und anerkennen, um einander nicht zu verletzen.» Dann gehe es aber darum, das Verbindende zu betonen: «Gemeinsam können wir viel bewegen!»
Zum Jubiläum wurde feierlich eine neue Ausstellung im Untergeschoss eingeweiht, mit dem Titel «Dialog bewegt». Sie zeigt mit Grafiken, Zitaten und einem Zeitstrahl das Wirken der Fokolar-Bewegung weltweit und in der Schweiz. Mit dieser Ausstellung kämen die Inhalte der Fokolar-Bewegung nun besser zum Tragen, meinte Stefan Doppmann, Kirchenschreiber der röm.-kath. Kirchgemeinde Baar. Zu Beginn habe eher ein Nebeneinander zwischen dem ursprünglich «Fokolar-Zentrum» genannten Haus und der Gemeinde Baar geherrscht. Als professionell geführtes Dialoghotel sei es ein beliebter Tagungsort für verschiedenste Gremien geworden.
Christliche Gemeinschaften wie die Fokolar-Bewegung seien eine gesunde Herausforderung für die Kirchen, in Bewegung zu bleiben, sagte Therese Küng, Regionalverantwortliche der Bistumsregion St. Victor. Mit einem berührenden Gebet drückte Ramazan Özgu von der muslimischen Hizmet Bewegung seine Wünsche aus: «Gott, lass diese Gemeinschaft beständig sein. Erlaube uns, voneinander zu lernen und die geschwisterliche Liebe weiter zu führen.» Und der Imam von Volketswil, Kaser Alasaad, fügte an: «Die Welt, die so voller Unheil ist, braucht mehr Fokolar: das heisst, mehr Menschlichkeit, mehr Offenheit füreinander und mehr Begegnung.» Auch anwesend war der frühere Präsident der VIOZ (Vereinigung der Islamischen Organisationen im Kanton Zürich) und heutige Präsident der Stiftung SERA, Taner Hatipoglu.
Roberto Rossi und Uschi Schmitt, Verantwortliche der Fokolar-Bewegung in Deutschland, Österreich und der Schweiz, betonten die Wichtigkeit, aufeinander zu hören und so Raum zu schaffen für Neues. Chiara Lubich, die Gründerin der Fokolar-Bewegung, habe als Modell für tiefstmöglichen Dialog auf die göttliche Dreifaltigkeit hingewiesen, die gleichzeitig in Unterscheidung und Einheit lebt. Ein gemeinsames Gebet für den Frieden in der Welt beschloss den Jubiläums-Festakt.
Mit einem Karussell und Spielen für Kinder, mit Markt- und Foodständen sowie «Blitzlichtern» zum Zuhören oder Mitmachen zu Kunst, Kultur und Dialog, mit einer meditativen Atempause im Raum der Stille und viel Raum für Begegnung und Gespräch wurde vor und nach dem Festakt bei schönstem Wetter im Festzelt auf dem Innenhof des Dialoghotels weiter gefeiert. Der Comedy-Abend «Held» vom Liedermacher und Geschichtenjäger Reto Zeller liess die Anwesenden gleichermassen Tränen lachen wie auch nachdenklich werden.
Zum ökumenischen Gottesdienst am Sonntagmorgen war der Saal im Dialoghotel wieder mehr als gefüllt. «Der Stein, den die Bauleute verwarfen, ist zum Eckstein geworden.» Dieser Psalmvers, auf den sich der Name des Zentrums bezieht, wurde von Pfarrerin Désirée Dippenaar, dem Priester Peter Amgwerd und dem vorbereitenden Gottesdienst-Team vielfältig aufgefächert und reflektiert. Die Band der Freikirche ICF nahm die Gottesdienst-Gemeinde mit in Lobpreis und Dank.