leben online Redaktion leben
Feldblumenstrasse 166
8134 Adliswil
Tel. 044 711 80 77
Mail: redaktion.leben@fokolar.ch

leben-online

08/02/2017 17:06
WiG mit Papst Franziskus


Ein Ansporn, den Weg weiterzugehen

Rund 1000 Vertreter der Initiative der Fokolar-Bewegung Wirtschaft in Gemeinschaft nahmen am Samstag am Treffen mit dem Papst in der Audienzhalle teil, wie Radio Vatikan berichtete. Die Ansprache des Papstes sei ermutigend gewesen, sagt Gertraud Wachmann, Leiterin des Begegnungs- und Bildungszentrums Eckstein in Baar ZG, die dabei war.

Weshalb beteiligten Sie sich am Projekt Wirtschaft in Gemeinschaft (WiG)?

Wachmann: Weil es meinem tiefsten Wunsch nach einer auf den Menschen ausgerichteten Wirtschaft entspricht, die die rmsten stets im Blick behlt. Als Betriebswirtin mit christlicher Lebenseinstellung ist es mir ein Herzensanliegen, meine christlichen Grundstze nicht nur im Privatleben zu verwirklichen. Ich habe in der Fokolar-Bewegung eine Heimat gefunden, in der ich nicht nur Nahrung fr Geist und Seele finde, sondern auch Hilfe fr unternehmerische Entscheidungen in meinem Alltag als Geschftsfhrerin des nationalen Bildungshauses der Fokolar-Bewegung in Baar.

Konnten Sie beim Papstbesuch Ihr Anliegen einbringen?

Wachmann: Nein, das war auch nicht mein Wunsch. Papst Franziskus wnschte, die WiG nher kennenzulernen. Deshalb erzhlten verschiedene Protagonisten der WiG von ihren Erfahrungen. Die anschliessende Ansprache des Papstes erlebte ich als sehr ermutigend. Es war eine Besttigung, auf unserem Weg weiterzugehen und gleichzeitig auch eine Ermutigung, unser Engagement noch zu verstrken.

Was nehmen Sie mit von dieser Begegnung?

Wachmann: Es ist ein neuer Ansporn, auf dem eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Manchmal werde ich mutlos, wenn ich sehe, wie wenige wir doch sind und frage mich, ob wir berhaupt etwas bewirken knnen. Und dann merke ich natrlich auch selber, wie schwierig es ist, Wege zu gehen, die wirtschaftlich betrachtet vielleicht unrentabel sind, aber langfristig der Nachhaltigkeit dienen.

Das kann kleine Details wie den Einkauf von Fair-Trade-Produkten betreffen, oder auch die Schaffung von Arbeitspltzen fr Asylsuchende, denen man erst mal erklren muss, wie man einen Staubsauger in der Hand hlt. Schliesslich merke ich aber auch, dass eine auf den Menschen ausgerichtete Wirtschaft einem selber einfach guttut, ob andere nun mitmachen oder nicht. Natrlich freue ich mich, wenn unsere WiG-Gruppe wchst. Doch ihre Schnheit liegt in dem was sie tut und nicht darin, wie gross sie ist.

Wie viele Schweizer VertreterInnen der Fokolarbewegung waren beim Papst?

Wachmann: Wir waren zu viert aus der Schweiz.

Welche Papstaussage blieb Ihnen in Erinnerung?

Wachmann: Am strksten blieb mir in Erinnerung, was Papst Franziskus ber die Opfer des heutigen Wirtschaftssystems sagte. Heute versuchen wir mit allen Mitteln den Profit zu maximieren, Kollateral-Effekte wie zum Beispiel Umweltschden, werden dabei ausser Acht gelassen oder es wird versucht, diese im Nachhinein wiedergutzumachen. Papst Franziskus hat das ganz klar als Heuchlerei bezeichnet und uns aufgefordert, eine Wirtschaft zu leben, die keine Schden verursacht, die man dann wieder beseitigen muss. Als Beispiel hat er die Fluggesellschaften genannt, die Schadstoffe produzieren und diese gleichzeitig mit CO2-Abgaben kompensieren mchten. Er sagte, der Gipfel sei erreicht, wenn die Rstungsindustrie Spitler finanzieren wrde, die durch Minen verstmmelte Kinder behandelt.