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09/05/2016 22:23
Gemeinschaft vor Ort (16)

Ein Engagement mit Folgen...

Die Gemeinschaft der Fokolar-Bewegung im Wallis trifft sich regelmssig zu einem Imbiss. Sie reden ber Freuden und Leiden in ihrem Umfeld und beschliessen, etwas zu tun fr die Flchtlinge unter ihnen.

Sie beginnen mit dem Heim fr Asylbewerber in einem ihrer Drfer. Unter den etwa 250 Leuten hat es mehrere Familien aus Syrien, Irak und Eritrea, aber auch solche aus Osteuropa, aus Asien und Afrika. Die Idee eines Spielnachmittages fr Kinder und Erwachsene wird von den Verantwortlichen begeistert aufgenommen. Eine Sorge beschftigte uns, schreiben sie: wir waren nur neun Personen. Wrden die Kuchen, die wir vorbereiten wollten, fr alle ausreichen? Niemand konnte uns sagen, wie viele teilnehmen wrden: 10, 50 oder 250? Mit viel Gottvertrauen haben sie sich an die Arbeit gemacht, und Freunde sowie Mitglieder der Fokolar-Bewegung aus anderen Regionen halfen mit. Der Nachmittag wurde ein Erfolg: Mit den mehr als 80 anwesenden Kindern und Eltern erlebten wir lebendige Geschwisterlichkeit. Die Spiele schufen rasch eine einfache, frhliche und festliche Stimmung; das gemeinsame Essen liess eine richtige Familienatmosphre entstehen ber alle Sprachgrenzen hinaus.

Ein Kosovare, der im Heim arbeitet, hatte sogar einen freien Tag geopfert, um bei der Durchfhrung mitzuhelfen. Er sagte, er habe noch nie im Heim so viel Freude im Blick der Kinder und ihrer Eltern gesehen. Mit Trnen in den Augen sagte er immer wieder: "Das ist super, was ihr da gemacht habt." Die Eltern und die Kinder zeigten ihre Dankbarkeit mit einem prchtigen Lcheln, mit einer Verbeugung oder einer Umarmung.

Adventsfest

Weiter schreiben die Walliser: Eine Sozialhelferin vertraut uns zwei Familien mit je drei Kindern an, sowie eine alleinstehende, kranke Frau. Sie sind aus Syrien und Muslime. Eine Gruppe von sechs Personen besuchen sie abwechselnd zu zweit jeden Sonntag. Wir werden warmherzig empfangen. Uns kommt die Idee, sie und auch die fr sie zustndigen Sozialhelfer an unser traditionelles Adventsfest (Ende 2014) einzuladen. Es kamen mehr als 35 Personen, darunter drei syrische Flchtlingsfamilien. Die Familien konnten ber das reden, was sie erlebten, trotz aller sprachlichen Schwierigkeiten; sie erzhlten in einfachen Worten ihre Geschichte, ihre Sorgen um ihr Land im Krieg und um ihre Zukunft. Ein muslimischer Vater sagte, als er sich im Saal umschaute: "Das sind lauter Freunde." In der Zwischenzeit haben wir sie wieder getroffen, um bei ihnen Produkte und Rezepte ihrer Lnder auszuprobieren oder wir haben sie zu einem Imbiss oder Essen bei uns eingeladen.

Regelmssige Spielnachmittage

Im April 2015 haben wir einen Fussball- und Spielnachmittag organisiert. Wir richte-ten eine Bastelecke ein, die ein grosser Erfolg wurde. Alles wurde abgerundet mit einem Imbiss. Wir haben auch gesungen und versucht, die Worte eines arabischen Liedes zu finden, das wir in mehreren Sprachen kannten. Die Familien und die Kinder waren glcklich, uns wieder zu sehen. Der junge Mann, der an diesem Tag fr die Sicherheit im Heim verantwortlich war, war sehr gerhrt ber das, was da geschah. Er sagte, er habe noch selten an diesem Ort eine so schne Stimmung vorgefunden.

Wir wussten nicht, ob wir es schaffen wrden, einen weiteren Spielnachmittag zu organisieren, denn wir waren wenige Personen. Auf den Glauben bauend und mit Jesus in unserer Mitte haben wir unser Engagement eingehalten; wir dachten an all diese Kinder und ihre Eltern. ber 70 Personen trafen sich in einer sehr schnen und warmen Atmosphre rund um einen Butterbrot-Konfitren-Imbiss. Ganz einfach - aber welche Freude im Herzen eines jeden. Am Ende halfen uns einige Vter, den Saal wieder in Ordnung zu bringen.

Zu Beginn des Advents gab es ein erneutes Treffen. Wir wurden von einer schnen Gruppe von Kindern empfangen, die erfahren hatten, dass wir ein Weihnachts-guetzli-Atelier vorbereitet hatten; auch sie wollten ihre Hnde in den Teig stecken. Wie immer gab es die Freude des Wiedersehens, und beim Zvieri fanden die Butter-Konfitren-Brote einen unerhrten Zuspruch. Wir hatten sie mit 3, 4 Kindern vorbereitet, die ganz glcklich waren, dass sie mithelfen konnten. Seither knnen wir jeden Samstagnachmittag fr das Spielen und den Imbiss auf die Anwesenheit von Leuten aus unserer Gemeinschaft zhlen.

Im Lauf dieses Jahres haben sich die Bande gegenseitiger Hochschtzung und Freundschaft mit den zwei Sozialhelfern des Heims gefestigt. Sie schtzen sehr unseren Beitrag, den Geist der Geschwisterlichkeit, der uns erfllt und auch den guten Zustand der Gebulichkeiten und Rume am Tag danach!

Aber noch mehr...

Doch es blieb nicht bei diesem Engagement. Eine von uns nahm an der ersten Versammlung von Personen der Region teil, die in der protestantischen Pfarrei engagiert sind. Ihr Projekt lautet: "Brcken bauen". Es besteht darin, Ateliers aus-serhalb des Heimes fr die Asylbewerber zu betreiben, um Heiminsassen und Ein-wohnern der Region Gelegenheiten zu bieten, engere Bekanntschaft miteinander zu machen und so die Integration zu frdern. Diese Ateliers mit Kochen, Nhen, Singen, Holzbearbeitung, Geburtstagsimbiss fr die Kinder durch Jugendliche vorbereitet, und franzsische Konversation werden langsam Realitt. Die Gemeinschaft der Fokolar-Bewegung kann sich hier in diesem kumenischen Projekt einbringen.

In diesem frhlichen und begeisterten Klima ist die Idee entstanden, im Herbst 2016 ein "Vlkerfest" durchzufhren unter Einbezug der Ateliers, mit der Einladung an die Einwohner unserer Drfer, an diesem Fest der menschlichen und kulturellen Bereicherung teilzunehmen. Alle stimmten sofort zu. Fortsetzung folgt...