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27/06/2017 15:20 |
Time-Out für Familien 2017 in Bernau (D)

Von: MARTIN UND AURELIA NIEDERER



Was für eine Chilbi!

Die Alltagshektik hinter sich lassen und den Blick schärfen für das Zusammenleben: auf dieses Abenteuer liessen sich rund 21 Familien vom 2.-5. Juni ein und erlebten ein Wochenende voller Spiel, Spass und Tiefgang – mit einem selber auf die Beine gestellten Jahrmarkt als Höhepunkt.

Diese Auszeit hat Tradition: bereits zum 7. Mal fand über Pfingsten das „Time-Out für die Familie“ im Schwarzwald statt. Für viele war es ein freudiges Wiedersehen, andere waren zum ersten Mal dabei und wurden sogleich in diese offene und lebendige Gemeinschaft aufgenommen. Dafür stand auch das Bild des Regenbogens, der sich als Thema über das Pfingstwochenende wölbte. Jede und jeder solle seine eigene Farbe einbringen, so dass am Ende eine einzige bunte Familie entstehe.

Der erste Tag war geprägt von Entdeckungen. Während am Morgen unzählige Forschungsposten die Kinder zum Experimentieren herausforderten, erkundeten die 115 Teilnehmenden am Nachmittag bei einer Wanderung die malerische Umgebung des Naturparks Hochschwarzwald. Es dauerte nicht lange, und viele kleine und grosse Füsse bevölkerten den idyllischen Bach. Die einen errichteten Staumauern oder erfreuten sich am Frisbee-Spiel, andere fielen ins saftige Grün und liessen einfach die Seele baumeln.

Ausgelassen und besinnlich

Der Pfingstgottesdienst lehnte sich an das Regenbogen-Thema an und zeigte auf, wie der Heilige Geist in jedem von uns mit seiner eigenen Färbung agiert. Gestärkt von diesem feierlichen Moment, machten sich alle an die Vorbereitungen für die grosse Chilbi am Nachmittag. An über 20 Ständen tobten sich Gross und Klein bei verschiedenen Holzspielen aus, die im Vorfeld des Time-Outs liebevoll gebaut wurden. Und wie es sich für einen richtigen Jahrmarkt gehört, durften auch Popcorn, Zuckerwatte und andere Köstlichkeiten nicht fehlen. Die vielen strahlenden Gesichter in diesem regen Treiben zeugten von einem rundum gelungenen Anlass.

Am Abend dann wieder eine ganz andere Stimmung. Mucksmäuschen still wurde es in der Turnhalle, als sich die Gruppe zum Abschlussgebet in Form eines besinnlichen Kreistanzes zusammentraf. Es war eindrücklich zu sehen, wie die zuvor wildesten Kinder die Atmosphäre in sich aufsaugten, und sich in die ruhigen Bewegungen der Gemeinschaft einreihten.

Einander im Blick haben

Während die Kinder am letzten Vormittag in den Genuss von separaten Programmen kamen, gab es für die vielen Elternpaare wertvolle Inputs zur Partnerschaft: „Eure Beziehung ist wie eine Pflanze. Sie braucht von beiden Seiten viel Hege und Pflege“, riet das Referentenpaar. Dazu gehörten kleine Aufmerksamkeiten im Alltag, Komplimente und Wertschätzungen sowie ein regelmässiger Austausch. Im intimen Rahmen des Zweiergesprächs konnten die Paare dies gleich einüben und angeregt über die verschiedenen „Dünger“-Formen für ihre Beziehung diskutieren.

Dass diese Achtsamkeit und Zuneigung füreinander an diesen Tagen auch über die eigene Familie hinaus gelebt wurde, zeigt die folgende Rückmeldung einer Mutter, die während des Wochenendes erkrankte: „Ich wusste meine Kinder immer gut aufgehoben. Sie hatten Freude – ich konnte schlafen. Das ist Gemeinschaft!“

Und diese Gemeinschaft möchten die Teilnehmenden auch in Zukunft nicht missen. Auf die Bekanntgabe, dass auch im nächstes Jahr – mit der organisatorischen Hilfe von zahlreichen Familien – ein Time-out stattfinden wird, erfolgte ein kaum enden wollender Applaus. Diese eine grosse Familie geht ihren Weg weiter.