Hintergrundbild - Image du fond - Immagine di sfondo

News

31/01/2017 10:49 |
Christliche Unternehmer am 4.2. bei Papst Franziskus


„Wirtschaft in Gemeinschaft“ im Vatikan

Mehr als 1000 UnternehmerInnen, Studierende und Lehrende von Wirtschaftsfakultäten aus 49 Ländern der Welt kommen auf Einladung des Papstes am Samstag, 4. Februar in die Audienzhalle Paul VI., um nach 25 Jahren Engagement in der Initiative „Wirtschaft in Gemeinschaft“ Bilanz zu ziehen und dem Papst für seine besondere Unterstützung für eine gerechtere und solidarische Wirtschaft zu danken.

Auch aus der Schweiz reist eine Viererdelegation an, darunter ein Wirtschaftsprofessor aus dem Tessin.

Nach dem aktuellen Oxfam-Report vom Januar 2017 besitzen gerade einmal acht Menschen zusammen mehr Vermögen als die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Die Schere zwischen Reichen und Armen öffnet sich immer weiter und die vielen Ungerechtigkeiten der vorherrschenden Wirtschaftssysteme werden immer offensichtlicher.

1991 hatte Fokolar-Gründerin Chiara Lubich während eines Besuches im brasilianischen Sao Paolo Unternehmer dazu eingeladen, Betriebe aufzubauen, deren Ziel nicht allein die Erwirtschaftung von Profit für die Eigentümer ist, sondern deren Gewinne auch dazu beitragen, Armut zu bekämpfen, Not zu lindern und Arbeitsplätze zu schaffen. Sie prägte den Begriff einer „Kultur des Gebens“. Der damals entstandenen Initiative „Wirtschaft in Gemeinschaft“ haben sich inzwischen weltweit mehr als 800 Betriebe angeschlossen.

Sie werden wissenschaftlich beratend begleitet durch Studierende und Lehrende von Wirtschaftsfakultäten in verschiedenen Ländern, um das Konzept auch akademisch nachhaltig auf ein solides Fundament zu stellen. Zur Audienz mit dem Papst reisen Unternehmer aus allen Teilen der Welt an: aus Asien, Afrika, Amerika und 20 Ländern Europas. An der Audienz wird auch Maria Voce, Präsidentin der Fokolar-Bewegung, und der Generalrat der Bewegung teilnehmen.

Bei der Begegnung mit Franziskus wird es um die Früchte des Engagements in diesen ersten 25 Jahren gehen: Es sind Gewerbeparks in Europa und Lateinamerika entstanden, Jungunternehmer werden gezielt gefördert, geschult und beraten und nicht zuletzt erhielten mehrere Tausend Bedürftige materielle Unterstützung, wurden Mitgestalter dieses neuen Wirtschaftskonzeptes. Ein weiterer Baustein ist die Förderung und Unterstützung vieler Kinder in wirtschaftlich benachteiligten Regionen für ihren Schulbesuch.

“Wenn wir uns dafür entscheiden, die Welt vom Blickwinkel der Armen und Ausgeschlossenen zu betrachten, können wir nicht in unserem Elfenbeinturm bleiben. Wir müssen uns auf den Weg an die Frontlinie machen, zu den Opfern, für sie und mit ihnen kämpfen“, fordert Luigino Bruni, Wirtschaftswissenschaftler und internationaler Koordinator der „Wirtschaft in Gemeinschaft“ und ermutigt zur Zusammenarbeit mit anderen solidarischen Initiativen.