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21/11/2016 15:20 |
Unesco Paris: Den Frieden neu erfinden



Zum Frieden erziehen

Am 15. November haben am Sitz der UNESCO in Paris 500 Menschen über die neue Friedenskultur gesprochen, die aus dem Charisma Chiara Lubichs entstanden ist.

„Die jungen Leute von heute bereiten sich darauf vor, Weltbürger zu werden, und wir bereiten uns darauf vor, Bürger einer geeinten Welt zu werden.“ Die junge Pakistanerin Arooj Javed (Jurastudentin mit Schwerpunkt auf internationalem Recht) brachte mit diesen abschließenden Worten das auf den Punkt, was sich die NGO der Fokolar-Bewegung bei der UNO zum Ziel gesetzt hat. Darum hatte dieser Gedenktag an die Verleihung des UNESCO-Preises für Friedenserziehung an Chiara Lubich vor 20 Jahren nichts Nostalgisches an sich.

Den Frieden neu erfinden

Die Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten, die Tragödie der Flüchtlinge, der Klimawandel, das wachsende soziale Ungleichgewicht, die von Raffgier gekennzeichneten Finanzmärkte - diese aktuellen, dramatischen Themen traten in den verschiedenen Beiträgen immer wieder auf und rechtfertigten den Titel der Veranstaltung in Paris: „Den Frieden neu erfinden“: Es ging um neue Antworten aus der gemeinschaftlichen Spiritualität der Fokolar-Bewegung – so ihr Kopräsident Jesús Morán – auf das gegenwärtige grausame Kriegsgeschehen in vielen Ländern der Welt. Dazu gehören Schlüsselworte wie interkulturelle Begegnungen und Zusammenarbeit, weltweite Geschwisterlichkeit, interreligiöse Solidarität, Kunst des friedlichen Zusammenlebens und Erziehung und Hinführung zum Dialog und zum Frieden.

„Unser Dialog muss einem Orchester gleichen: Jedes Instrument spielt in Harmonie mit den anderen und schafft so eine neue Sinfonie“, erläuterte in einer poetischen Sprache der Beobachter des Vatikans bei der UNESCO, Mons. Francesco Follo. Enrico Letta, Leiter des Institutes Jacques Delors und ehemaliger italienischer Ministerpräsident, betonte in seinem Beitrag: “Dialogführen setzt voraus, dass wir uns alle als Minderheiten auf diesem Erdball betrachten (…). Wenn wir uns die geistige Offenheit der jungen Generationen zu Eigen machen, begreifen auch wir, dass die Erziehung zum Dialog unsere vordringliche Aufgabe ist.“ Im Abschlussdokument stand unter den konkreten Vorschlägen u.a.: „Den Mitgliedsstaaten einen Lehrplan in die Hand geben, durch die Lehrer ausgebildet werden zur ‚Kunst des Zusammenlebens‘.“

Sich mit Waffen des Friedens ausstatten

Papst Franziskus, der eine Grußbotschaft geschickt hatte, sprach vor kurzem von einem „Dritten Weltkrieg in Abschnitten“. Wir müssen ihm „einen Frieden entgegensetzen, der ebenfalls stückweise vor sich geht“, unterstrich Maria Voce, die Präsidentin der Fokolar-Bewegung, in ihrem Beitrag. „Bei diesem Frieden muss jeder seine Rolle, seine Verantwortung übernehmen. Der Frieden ist kein leeres Versprechen, er verlangt Kraftaufwand und klare Entscheidungen von uns. Er ist eine Einladung an uns hier und an alle, die uns auf der Welt folgen, uns mit Waffen des Friedens auszustatten“. Die Fokolarpräsidentin konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht anwesend sein. Ihre Rede wurde von Catherine Belzung verlesen.

Durch interessante Kurzvideos wurden viele konkrete Friedensinitiativen aus aller Welt vorgestellt, die Grund zur Hoffnung gaben. Erfahrungen haben aufgezeigt, dass «Frieden keine Theorie, kein Traum ist, sondern ein Modell» wie der Zusammenschluss christlicher und muslimischer Frauen « Koz Kazak » in Kairo (Ägypten), die 40 Betriebe der ‘Wirtschaft in Gemeinschaft’ in Afrika, das Fokolar in Aleppo (Syrien), das der gemarterten Bevölkerung einen Ort des Austausches und der Solidarität anbietet, die Schule Santa Maria in Recife (Brasilien), wo sich Eltern und Lehrer gemeinsam um eine bestmögliche Erziehung der Kinder kümmern.