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23/10/2016 17:07 |
Vernissage im BBZ Baar



Kunstausstellung „Dieu miséricorde“ in Baar

Schönheit ist ein Grundbedürfnis des Menschen, sagte der französische Künstler Michel Pochet an der Vernisssage am 20. Oktober zur Ausstellung unter dem Titel „Dieu miséricorde“ im Begegnungs- und Bildungszentrum Eckstein in Baar ZG. Vorgestellt wurde der Künstler und sein Schaffen durch Catherine Riedlinger, selber Künstlerin, aus Genf.

Michel Pochets grosse Bilder, in starken Farben auf Leinen gemalt, hängen bis zum 20. November im Begegnungszentrum Eckstein – in der Cafeteria, einem Tagungssaal und im Esssaal. Sie stehen unter dem Titel „Dieu miséricorde“ – der barmherzige Gott. Entstanden sind sie allerdings nicht, weil Pochet sich dieses Thema vorgenommen hätte. Im Rückblick habe er festgestellt, dass seine Entwicklung seit einem Aquarell aus dem Jahr 1961 bis zu den grossen Leinwänden 2015 unbewusst seinen tiefen Wunsch ausdrückte: ikonisch eine neue Ausdrucksform für den barmherzigen Gott zu finden.

Inspiriert durch Erzengel Raphael

Der Auftrag, das Bild des Engels Raphael zu malen – für ein Kind, das damit ein Bild seines Namenspatrons erhalten sollte – regte ihn zu einer tieferen Auseinandersetzung an. Mit den üblichen Engelsdarstellungen konnte er nichts anfangen. „In der Bibel nimmt Raphael – sein Name bedeutet: Gott heilt – die Galle von einem Fisch, um die Augen von Tobit zu heilen“, sagte der 66jährige Künstler in Baar. Das sei der Anstoss zur Darstellung der fischähnlichen Augen seines Raphaels gewesen, mit der heilenden Flüssigkeit, die wie Tränen aussehen. Nach und nach entwickelten sich daraus die Bilder, die auch unter dem Titel „Gott weint“ zusammengefasst werden können. Pochet wurde klar: Gott ist barmherzig, weil er mit uns weint. Gott heilt uns mit seinen Tränen.

„Die Schönheit ist zutiefst mit der Würde des Menschen verbunden“, sagte der 66jährige Künstler an der Vernissage in Baar. „Wer – auch in Krankheit oder Armut – sich würdig kleiden und schön frisieren kann, in einer gepflegten Umgebung und einer liebevollen Beziehung lebt, fühlt sich besser und bekommt neue Lebensenergie.“ Seine Kunst ist darum auch ein soziales Engagement: er diskutiert an Krankenpflegeschulen, mit Studierenden und freiwillig engagierten Menschen, arbeitet künstlerisch mit ihnen und will so ihr Sensorium für dieses oft verkannte Grundbedürfnis schärfen, erklärte er.

Als Papst Franziskus das Jahr der Barmherzigkeit ausrufen liess, sandte ihm Pochet die Fotografie einiger seiner Bilder. Die positive Antwort des Papstes ermutigte ihn zu den vielen Ausstellungen, die in diesem Jahr laufen: So hingen seine Bilder in Florenz, Triest, Brescia, Rom, Augsburg, Neapel, jetzt in Baar und bald auch in Belgien.

 

Ausstellung täglich bis 20. November von 8.00 bis 20 Uhr geöffnet. Der Künstler ist

bis Dienstag, 25. November in Baar anzutreffen.