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01/11/2017 10:32 |
Fokolar Backstage



Jesus nachfolgen, aber wie?

22 junge Erwachsene aus der französisch-, italienisch- und deutschsprachigen Schweiz stellten sich Ende September in den Walliser Bergen der Frage nach ihrem persönlichen Weg als junge Christen.

Das Weekend trug den Titel „Fokolar Backstage“, denn es sollte den jungen Menschen die Gelegenheit bieten, hinter die Kulissen von Fokolar-Gemeinschaften zu blicken. Dazu zählen Frauen und Männer, welche in Gemeinschaft leben, verheiratete Fokolare und Priesterfokolare.

Am Freitagabend, 29. September, trafen die Teilnehmenden mit unterschiedlichen Erwartungen im Lagerhaus in Biel-Goms ein. Emanuele (19) aus Poschiavo hat Interesse am Thema „Jesus nachfolgen, aber wie?“, hat sich bis jetzt aber noch nicht damit befasst. Anders Desirée (26) und Jan (29), die sich intensiv mit dem Glauben und ihrem Lebensweg auseinandersetzen und Ende Jahr heiraten. Allerdings verband alle Teilnehmenden der Wunsch, sich zusammen mit Gleichaltrigen sowie den Fokolarinnen und Fokolaren aus den Gemeinschaften von Genf, Bern, Lugano, Baar und Zürich Zeit zu nehmen, um sich grundlegende Lebensfragen zu stellen und um darüber ins Gespräch untereinander und mit Gott zu kommen.

Auch wenn nicht alle Französisch, Italienisch und Deutsch sprachen und sich kannten, stellte sich im Lagerhaus schnell ein gemeinschaftliches Leben ein. Dazu halfen die Offenheit der Teilnehmenden, das gemeinsame Kochen, das Zusammensein in einem grossen Aufenthaltsraum, Spiele, Musik und die wunderschöne Natur und Bergwelt.

Wann bin ich glücklich?

Durch das Weekend führten drei Themenbereiche. Zuerst ging es um das bisherige Leben. Ausgerüstet mit Papier und farbigen Stiften verteilten sich alle im und um das Haus und fragten sich: Wann und unter welchen Umständen war ich glücklich? Wann spürte ich die Präsenz Gottes? Wann schien mir, dass Gott in meinem Leben „eingegriffen“ hat? Antworten darauf wurden auf Papier graphisch und kreativ festgehalten. Erkenntnisse aus dieser Biografiearbeit tauschten sich die Teilnehmenden auf einem Spaziergang mit einer Person, die man noch nicht kannte, und dann im Plenum aus. Ludovic (24) berichtet „Für mich war es unglaublich, dass wir über so persönliche Dinge miteinander sprachen, obwohl wir uns vorher gar nicht kannten.“

Am Samstagnachmittag wurde in einem zweiten Themenblock in drei Sprachgruppen ein Text von Chiara Lubich vertieft, der die Beziehung zu Gott mit der Beziehung eines Kindes zum Vater vergleicht und viele alltagsnahe Beispiele nennt. Dies gab die Gelegenheit, eigene Erlebnisse und Sichtweisen zu teilen, woraus wertvolle und ermutigende Gespräche entstanden. Im anschliessenden katholischen Gottesdienst konnten offene Fragen bezüglich Lebensweg und ungelöste Situationen gemeinsam Gott anvertraut werden.

Offene Fragen

Der dritte Themenblock war der Berufung zur Familie als verheiratete Fokolare gewidmet. Kati und Istvan Szepeshazi aus Baar berichteten von ihren Entscheidungsschritten, Freuden und Herausforderungen. Parallel dazu entstand spontan und auf Wunsch der Teilnehmenden eine zweite Themengruppe. Sie wollten folgende Fragen besprechen: „Gibt es eine Wechselwirkung zwischen Berufung und den dafür gefragten Fähigkeiten?“ – „Fokolare leben mitten in der Welt und nicht geschützt in einem Kloster – wie geht das?“ – „Eine Berufung gilt fürs ganze Leben. Dennoch gibt es Fokolare, die ihre Gemeinschaft verlassen haben, oder Ehen, die auseinandergehen.“ – „Wie kann ich eine Berufung für einen bestimmten Weg verstehen – und wie kann ich darüber sicher sein?“ Auf solche und weitere Fragen suchten die anwesenden Fokolare ad-hoc einzugehen und mit eigenen Erlebnissen und Erkenntnissen zu antworten.

Das Weekend schloss mit einem reformierten Gottesdienst ab. In den Fürbitten und Dankgebeten, welche die Teilnehmenden frei formulierten, fanden sich viele in der folgenden wieder: „Ich kam mit vielen Fragen ans Weekend und danke, dass ich viele Antworten erhalten habe und dass ich erfahren durfte, dass ich nicht alleine mit diesen Fragen bin.“