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Stress in der Partnerschaft

«Stress ist individuell verschieden und wird von jedem anders erlebt.» Gebannt hören am letzten November-Wochenende 38 Paare und weitere Gäste im Begegnungs- und Bildungszentrum Eckstein (Baar) dem packenden Referat der Psychologin Lorena Leuchtmann zu. Auf frische und anschauliche Weise erläutert sie die Anzeichen von Stresserleben, von Problemen, die dabei entstehen können: «Stress kann in die Partnerschaft „überschwappen“ und zu Konflikten oder Entfremdung führen.»

Es ist zwar nicht neu, dass chronischer Stress die Gesundheit schädigt. Aber an diesem Seminarwochenende für Paare liegt der Fokus auf der Partnerschaft und was der Alltagsstress mit der Beziehung und dem Familienleben macht. Lorena Leuchtmann forscht am Psychologischen Institut der Uni Zürich und arbeitet als Trainerin bei paarlife.ch, einem Präventionsprogramm für Paare. Sie betont, wie wichtig der gemeinsame Umgang mit Stress und deren Bewältigung ist, aber auch, dass es Zeit erfordert und dass man sich emotional aufeinander einlassen muss. So ist dieses Wochenende genau der richtige Ansatz: sich Zeit nehmen für die Partnerschaft und miteinander ins Gespräch kommen. Dazu haben die Teilnehmenden auf vielfache Weise Gelegenheit.

Interessiert werden Workshop-Angebote genutzt, um die eigenen wie auch paarinternen Ressourcen zu stärken. Auffallend sind die vielen junge Paare, die sich auf dieses Vertiefungswochenende zur Beziehungspflege eingelassen haben. Darunter auch junge Menschen, die erst noch auf dem Weg zur Ehe sind und sich mit dem Gedanken an eine Bindung ernsthaft auseinandersetzen. Wie können wir gemeinsam die Herausforderungen von Beruf und Partnerschaft anpacken? Und die Erwartungen von Familie und Freundeskreis erfüllen? Auf frische und anschauliche Weise erläutert Lorena Leuchtmann vor 38 Paaren und weiteren Gästen die Anzeichen von Stresserleben, von Problemen, die dabei entstehen können: «Stress kann in die Partnerschaft „überschwappen“ und zu Konflikten oder Entfremdung führen.»

«Die Partnerschaft profitiert langfristig von guter gegenseitiger Unterstützung, denn gemeinsame Stressbewältigung führt zu Partnerschaftszufriedenheit, individuellem Wohlbefinden und Wohlbefinden der Kinder.» Die Erkenntnisse aus wissenschaftlichen Untersuchungen sind klar. Doch wie erkenne ich Stresssymptome bei mir und meinem Partner/meiner Partnerin? Wie begegne ich diesen? Sollen andere Prioritäten gesetzt werden? Hat meine Reaktion mit wunden Punkten meiner Geschichte zu tun?

Die Ausführungen im Referat, die Antworten der Referentin und das Podiumsgespräch sprechen auch die älteren Paare unter den Zuhörern an. Es tut allen gut, sich wieder mal hinterfragen zu lassen, aufmerksam gemacht zu werden auf die Bedeutung der emotionalen Unterstützung und dem sich ganz auf den Anderen einlassen.

«Ich glaube, es war eine Oase für alle, eine Chance, neuen Wind in unsere Segel zu lassen, eine Zeit, füreinander da zu sein und eine Möglichkeit, einen Schritt zurück zu treten und auf unsere Beziehung zu blicken.» Das Vorbereitungsteam erhielt viele dankbare und bewegende Rückmeldungen. Die Paare wünschen sich jährlich einen Auffrischungskurs wie diesen und mehr Gelegenheiten, sich auszutauschen. So meldeten sich beim Abschied gleich drei Paare, dass sie neu bei einer Eherunde der Fokolar-Bewegung teilnehmen möchten.

ANITA BERGER